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Erwachsenes Paar im ruhigen und offenen Gespräch

Ursachenforschung ohne Schuldzuweisung

Warum Menschen fremdgehen – und welche Rolle Sexualität spielen kann.

Sexuelle Unzufriedenheit kann ein Faktor sein. Forschung zeigt jedoch: Untreue hat häufig mehrere Beziehung-, Persönlichkeits- und Situationsfaktoren. Verstehen bedeutet nicht entschuldigen.

Wichtig:

Keine einzelne Ursache erklärt Untreue bei allen Paaren. Eine unerfüllte Sexualität führt nicht automatisch zu Fremdgehen, und die betrogene Person trägt nicht die Verantwortung für die Entscheidung der anderen Person.

Acht häufig untersuchte Motive

Ein differenzierter Blick statt einer einfachen Antwort.

Eine viel zitierte Untersuchung ordnet selbst berichtete Motive in acht Bereiche ein. Sie sind keine Diagnose und können sich überschneiden.

01

Ärger & Verletzung

Untreue als Reaktion auf Kränkung, Konflikt oder den Wunsch nach Vergeltung.

02

Sexuelles Verlangen

Unerfüllte Wünsche, unterschiedliche Lust oder fehlende sexuelle Zufriedenheit können eine Rolle spielen.

03

Fehlende Liebe

Das Gefühl, emotional nicht mehr verbunden oder nicht mehr verliebt zu sein.

04

Vernachlässigung

Zu wenig Aufmerksamkeit, Respekt, Zuwendung oder wahrgenommene emotionale Nähe.

05

Geringe Bindung

Unklare Exklusivität, unterschiedliche Erwartungen oder geringe Verpflichtung gegenüber der Beziehung.

06

Situation & Gelegenheit

Stress, Reisen, Alkohol, neue Kontakte oder eine Gelegenheit außerhalb gewohnter Grenzen.

07

Selbstwert

Der Wunsch nach Bestätigung, Attraktivität, Anerkennung oder persönlicher Aufwertung.

08

Abwechslung

Neugier auf neue Erfahrungen oder sexuelle Vielfalt – unabhängig von der Qualität der Hauptbeziehung.

Gemeinsame Ursachenklärung

Vier Ebenen, die Paare getrennt betrachten sollten.

Beziehung & Bindung

  • Fühlen sich beide gesehen und respektiert?
  • Werden Konflikte gelöst oder nur vertagt?
  • Sind Exklusivität und digitale Grenzen eindeutig?

Sexualität & Intimität

  • Können Wünsche und Grenzen ohne Abwertung ausgesprochen werden?
  • Gibt es Unterschiede bei Lust, Häufigkeit oder Vorlieben?
  • Bestehen Schmerzen, Ängste oder Leistungsdruck?

Individuelle Faktoren

  • Selbstwert, Bindungserfahrungen und persönliche Grenzen
  • Belastung, psychische Gesundheit, Medikamente oder Erkrankungen
  • Eigene Verantwortung für Entscheidungen und Ehrlichkeit

Umfeld & Gelegenheit

  • Arbeitsumfeld, Reisen, soziale Medien und Dating-Apps
  • Alkohol, Gruppendruck oder besondere Ausnahmesituationen
  • Fehlende Absprachen für riskante Situationen

Wenn Sie weiterarbeiten möchten

Nicht die Schuldfrage zuerst – sondern Sicherheit, Wahrheit und Verantwortung.

  1. StabilisierenKeine intimen Entscheidungen unter Druck. Bei Gewalt, Zwang oder Angst hat persönliche Sicherheit Vorrang.
  2. KlärenWas ist geschehen, welche Vereinbarung wurde verletzt und welche Verantwortung übernimmt wer?
  3. VerstehenBeziehungs-, Sexual-, Individual- und Situationsfaktoren getrennt prüfen.
  4. EntscheidenGemeinsam und ohne falsche Garantie festlegen, ob und wie Vertrauen neu aufgebaut werden kann.

Ein möglicher Baustein

Kommunikation, Atem und Nähe neu besprechen.

Unsere Kurse können Paare bei Kommunikation und einvernehmlicher Intimität unterstützen. Sie verhindern weder garantiert Untreue noch ersetzen sie Paar-, Sexual- oder Psychotherapie.